nordseefoto.de

Weltnaturerbe

im UNESCO-Weltnaturerbe unterwegs

Wurster Nordseeküste

Brauchtum, Kutterhäfen und Tourismus

Reiseberichte

immer Richtung Norden

Fotos

Beate Ulich

Veröffentlichungen, Vorträge, Gästebuch und Impressum

Startseite

Wurster Kluvstockmeisterschaften



Eine Traditionssportart, die es in sich hat

Es sieht gar nicht so schwer aus. Am rund fünf Meter langen Stock schweben geübte Kluvstockspringer elegant über breiteste Gräben. Aber eben nur die echten Könner schaffen das. Bei den Anfängern gleichen die ersten Sprünge dann doch eher einem ungewollten Ritt auf dem Hexenbesen bevor sie mit erstauntem Blick in der modderigen Entengrütze versinken.


Bereits zum 13. Mal wurde im vergangenen Jahr in den verschiedenen Altersklassen um die Meisterwürde in dieser Traditionssportart gekämpft. Rund 50 Springer melden sich jedes Jahr sich zum Wettkampf an. Die bewährte Mischung aus Sport, Schadenfreude und Kuchenbüfett lockt natürlich auch unzählige Besucher nach Mulsum. Schauplatz ist der modderige Graben mit den steilen Uferkanten im Wierdener Viertel.

Unergründlich blubbert dort der Moorbrei mit der Entengrützengarnierung. Auch Neulinge bekommen eine faire Chance und können unter fachlicher Anleitung von Wolfgang Tietje das Abenteuer Kluvstockspringen wagen. Nicht nur Kraft und Kondition verhelfen dem Athleten über den Graben. Vor allen Dingen der korrekte Bewegungsablauf ist bei dieser ungewöhnlichen Sprungdisziplin der Schlüssel zum Erfolg. Mangelnde Konzentration wird sofort bestraft. Ein Bad in der zentimeterdicken Entengrütze ist dann vorprogrammiert. „Ich möchte es gerne einmal versuchen“ betonte Julia Klein im vergangenen Jahr ganz mutig. Als einzige Frau spuckte sie kräftig in die Hände, bevor sie den Kluvstock fest umklammerte. „Umgerührt hast du die Entengrütze jetzt genug, spring endlich“, musste sie sich anhören. Die beiden Qualifikationssprünge für die Endausscheidung gelangen ihr gut. Aber dann schlug das Schicksal zu. Über und über mit schwarzem Modder garniert kraxelte sie anschließend aus dem Graben. „Die Hände zu hoch angesetzt“, so das Urteil der Fachjury. Zum Spott kommt dann garantiert auch noch der Schaden: Deftiger Moddergeruch haftete der der leidgeprüften Springerin anschließend noch tagelang an.