Crabs, Wok und Völkerverständigung
Unser letzter Abend in Kanada ist angebrochen. Schon auf Vancouver Island hat Horst immer wieder beobachtet, wie mit kleinen Korbfallen große Krebse aus dem Meer gezogen wurden. Scheint hier eine Delikatesse zu sein, haben wir uns gedacht. Heute wollen wir sie als Krönung unsere Reise probieren. Da kommt uns das „Crab-House“ in Richmond in der Nähe von Vancouver gerade recht. Alle Tische sind bereits von chinesischen Familien besetzt. Freundlich wird zusammengerückt und wir können die Speisekarte begutachten.
Horst bestellt sich voller Erwartung einen ganzen Krebs. Die nette Bedienung nimmt ihn mit zum Schauaquarium. Hier kann sich jeder sein Exemplar aussuchen. Ich bekomme etwas Gänsehaut, das Gekrabbel im Wasserbecken ist doch riesengroß. Horst lernt voller Begeisterung, wie man so ein Krustentier ohne eigene Verletzungsgefahr halten muss. Dann hören wir aus der Küche erst den lauten Einsatz eines Beils und anschließend den siedenden Wok. Und was dann aufgetragen wird, übertrifft alle Erwartungen. Die Krebsteile sind appetitlich in Stücken zusammen mit Knoblauch, Ingwer und viel grünem Chili geschmort. Auf einer großen Platte liegt der Leckerbissen vor uns. Dazu gibt es Werkzeug wie Nussknacker, Hammer und verschieden gebogene Nadeln. Das schmeckt vielleicht, so haben wir uns unseren letzten Abend gewünscht.
Unsere Begeisterung bleibt den chinesischen Gästen des Restaurants nicht verborgen. Nach und nach kommen sie an unseren Tisch und freuen sich über unseren Appetit. Dass das chinesische Essen uns so gut schmeckt, wird honoriert. Kaum sind wir mit dem Essen fertig, sitzen wir in netter Runde am großen Chinesentisch. Grüner Tee wird serviert. Chinesische, englische und deutsche Wortfetzen wechseln hin und her. Essen ist für Chinesen ein Kulturgut, dafür nimmt man sich Zeit. Noch auf dem Weg zum Hotel freuen wir uns über dieses außergewöhnlichen Erlebnis. Essen kann eben auch der Völkerverständigung dienen.
Ein Abend im "Crabhouse" in Richmond
Das Restaurant "Crabhouse" wird fast ausschließlich von Chinesen besucht. Besonders lecker sind natürlich die Krebsgerichte. Es gibt aber auch Nudeln mit Gemüse und verschiedene Reisvarianten. Die Gäste sitzen an runden Tischen, den Krebs kann man sich selbst im Aquarium aussuchen. Anschließend entscheidet man, wie das Tier zubereitet werden soll. Bedienung und Koch sind ausgesprochen freundlich. Preise mehr als moderat. Grüner Tee und Wasser im Preis inbegriffen.
Adresse
Capstan Way
Kanada: Richmond
GPS-Koord.: 49.188 / -123.126


